Die Stadttore – Reste der alten Festungsanlage Amsterdams

An den Resten der alten Stadtbefestigung Amsterdams lässt sich auch gut die Erweiterung der Stadt ablesen, wie ich sie in meinem Roman „Krone der Welt“ nachzeichne. Hier stelle ich ein paar markante Orte vor, die man zunächst wohl kaum mit der Stadtgrenze in Verbindung bringen würde, weil sie sich aus unserer Sicht im Zentrum befinden (zur Orientierung können Sie sich auch meinen früheren Post mit den historischen Stadtkarten anschauen, Fotos: André Poling).

Amsterdam Sabine Weiß © Andre Poling
Hinter mir erkennt man sehr gut die Zunftzeichen der Maurer und Bildhauer. Amsterdam Sabine Weiß © Andre Poling

Die Waag am Nieuwmarkt. Früher war dieses Gebäude als St. Antoniespoort eines der Stadttore. Hier befand sich früher die Gildehalle der Steinmetzen und Maurer. In der Waag gab es ab 1619 ein Anatomisches Theater – eben dasjenige von Rembrandts berühmtem Gemälde „Die Anatomie des Dr. Tulp“. Dieses Gemälde entstand im Auftrag der Chirurgengilde und hing lange in der Gildekammer. Der mittlere achteckige Turm wurde erst 1691 errichtet.

Die Schreierstoren von 1480 war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Amsterdams. Gerüchten zufolge trug der Turm seinen Namen, weil die Frauen der Seeleute hier ihre Männer verabschiedeten. Tatsächlich rührt der Name wohl von der scharfen Ecke her (scrayer Hoek – spitzer Winkel). Von hier segelte übrigens auch Henry Houdson los, und erreichte Nordamerika.

Amsterdam Sabine Weiß © Andre Poling

Montelbaanstoren wachte an der Oude Schans über den Hafen. im Jahr 1606 verlor er diese Funktion und erhielt von dem Architekten Hendrick de Keyser eine neue Turmspitze samt Uhr (der achteckige Teil ist „neu“). Hier trafen sich die Matrosen von der VOC – Vereinigte Ostindische Companie – um auf kleinen Booten zu den Ostindienfahrern überzusetzen. Rembrandt lebte übrigens in der Nähe, auf einigen seiner Radierungen ist er ohne Spitze zu sehen.

Amsterdam Sabine Weiß © Andre Poling

Die Munttoren war Teil des Regulierspoorts an der Stadtmauer. Als die ursprünglich zwei Türme 1618 abbrannten, baute man einen wieder auf. Hendrick de Keyser gestaltete den Turm mit offener Haube. Das Glockenspiel stammt von 1699 von Francois Hemony und läutet alle 15 Minuten. Heute wacht der Turm über den belebten Muntplein und Blumenmarkt.

Amsterdam Sabine Weiß © Andre Poling
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