Warum Schwertkampf?

Hintergründe zum Schwertkampf

Mir wurde die Frage gestellt, warum ich mich überhaupt mit dem Schwertkampf oder den Ursprüngen des Fechtens beschäftige – sei das nicht zu martialisch? Dazu einige Gedanken:

Es ist tatsächlich aufregend und martialisch, wenn die Schwertkämpfer mit ihren Waffen aufeinander losgehen. Selbst ein moderner Degen- oder Säbelkampf kann für friedfertige Gemüter einschüchternd wirken. Historischen Schwertkampf, wie ich ihn verstehe, hat jedoch mit der Anwendung von Gewalt wenig zu tun. Meine Haltung übertrage ich in „Die Tochter des Fechtmeisters“ auf meine Hauptfigur Clarissa: „Ihr Vater hatte sie seit frühester Jugend unterrichtet, aber jemanden töten, das wollte sie nicht. Für sie war das Fechten eine Ertüchtigung, die ihren Körper stärkte und ihren Geist zur Ruhe brachte. Sie ging ganz darin auf, die Bewegungen korrekt auszuführen, für Zweifel und Grübeleien blieb dabei keine Zeit.“

Eine besonders interessante Zusammenfassung zu den körperlichen und geistlichen Anforderungen des Schwertkampfs hat Krifon – Schule für historische Fechtkunst auf ihrer Homepage veröffentlicht (siehe die Homepage). Krifon fasst die vielseitigen Eigenschaften, die durch das Fechten geschult und ausgebildet werden wie folgt zusammen: Fechten fördert Gesundheit, Fitness und Ausgeglichenheit, fordert den Körper sehr vielseitig, stärkt das Wohlbefinden, fördert Persönlichkeitswerte, welche damals wie heute unverzichtbar im gesellschaftlichen Leben sind (Konfliktfähigkeit und Konfliktentfaltung), fördert Konzentration und Entscheidungsfindung. „Im Historischen Fechten wird der Schüler zur Wahrnehmung seiner selbst motiviert. Der Schüler lernt, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen. Die Annahme von Erfolgen / Siegen will ebenso gekonnt sein, wie das Lernen aus Misserfolgen“, so die Trainer von Krifon.

Mit dem, was wie heute als Fechten verstehen, verhält es sich nicht anders: „Die drei Waffen im Fechtsport – Florett, Degen und Säbel – unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich Aussehen und Gewicht. Auch das Reglement und die gültige Trefffläche sind unterschiedlich. Deshalb ist für jede Waffe eine charakteristische Fechtweise zu beobachten. Eines ist jedoch allen drei Fechtdisziplinen gemein: Dieser Sport ist sehr anstrengend, da man ständig in Bewegung und unter Körperspannung bleiben muss, um jederzeit in Sekundenbruchteilen auf Aktionen des Gegners reagieren oder dessen Fehler ausnutzen zu können. Auch an die Konzentration stellt Fechten deshalb hohe Ansprüche – ebenso schult das Fechttraining Reaktionsfähigkeit und Feinmotorik der Athleten, weil nur schnelle und zugleich kleine Bewegungen sicheres und exaktes Treffen ermöglichen“, heißt es auf der Homepage des Deutschen Fechterbund.

Fechten ist übrigens nicht nur ein Sport für junge Menschen: Auch dazu der Deutsche Fechterbund: „Es ist nie zu spät, mit dem Fechtsport zu beginnen. Wer davon träumt, einmal bei Olympischen Spielen dabei sein zu dürfen, sollte möglichst in jüngerem Alter zu Florett, Degen oder Säbel greifen. Wem es genügt, sich einfach mal hobbytechnisch zu duellieren, der kann auch noch viel später ‚dazu-stoßen’.“

Samstag, 2. Februar 2019

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