(Kurze) Geschichte des Amsterdamer Grachtengürtels

Die älteste Gracht Amsterdams ist Oudezijds Voorgburgwal. Diese entstand etwa 1385 und verlief ursprünglich entlang des Befestigungswalls der Oude Zijde. An dieser Gracht befindet sich mit der Oude Kerk auch das älteste Gebäude der Stadt.

Die erste der konzentrisch angelegten Grachten ist der Singel. Auch der Singel war früher Teil des Festungswalls, wie sich auf der Karte von Cornelis Antonisz von 1544 noch gut erkennen lässt.

Von Cornelis Anthonisz. – www.cultuurwijzer.nl : Home : Info, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3863044

Mit dem Ausbau der Stadt ab 1585 wurde der Singel auf beiden Seiten mit Häusern bebaut. Heute markiert er die Grenze zwischen dem mittelalterlichen Zentrum und den neueren Bezirken des Grachtengürtels. An der Karte von Pieter Bast von 1597 lässt sich der Ausbau der Stadt in den Jahren 1585 und 1593 sehr gut ablesen.

By Pieter Bast – beeldbank.amsterdam.nl : Home : Info, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37262130

Seit 1609 war klar, dass die Stadt erneut erweitert werden musste, bereits ein Jahr später gab es die ersten Entwürfe dafür. Die Planungen zogen sich hin, weil nach einem ersten Entwurf die Kosten zu hoch waren, es zu Grundstücksspekulationen kam und das Vorhaben vom Statthalter abgesegnet werden musste. Die Vorarbeiten für die Erweiterung begannen 1611 (neuer Stadtwall, Verlegung des Haarlemmerdijks etc.). Was die Wohnviertel anging, kam es jedoch aus Kostengründen zu einer „Verkleinerung der Vergrößerung“, wie es der Architektur-Historiker Jaap-Evert Abrahamse in seinem Buch „De grote Uitleg van Amsterdam“ nennt. 1612 wurde im Magistrat dieser neue Entwurf vorgelegt. Mit der Herengracht wurde 1612 begonnen. Der genaue Dreigrachten-Plan mit Heren-, Keizers- und Prinsengracht entstand aber erst 1613. In diesem Jahr begann man auch mit dem Ausgraben dieser drei Kanäle.

Auf der Karte von Bathasar Florisz van Berckenrode von 1625 sieht man die erste Etappe des Grachtengürtels, die bis zur heutigen Leidsegracht reichte.

Die Verlängerung der drei Hauptgrachten, der sogenannte „Goldene Bogen“, der vielfach Sujet von Malern gewesen ist und auch heute einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt, entstand ab 1658.

By Balthasar Florisz. van Berckenrode – www.sothebys.com : Home : Info, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19421042

Die Vogel-Perspektive-Karte von Gerred de Broen von 1726 zeigt den Abschluss dieser Entwicklung. Der Halbmond der Grachten wurde nicht vollendet, stattdessen entstand die sogenannte Plantage.

By Gerrit de Broen – uba.uva.nl, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19532768

Seit 2010 ist der Amsterdamer Grachtengürtel Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er wurde als „Vorbild für die Stadtarchitektur in der modernen Welt“ gewürdigt.

  • Ich werde demnächst eine längere Geschichte des Amsterdamer Grachtengürtels im Blog und Podcast veröffentlichen. Bleiben Sie also dran!
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