Amsterdams Geheimkirchen – On’s Lieve Heer op Solder

„Unser lieber Herrgott auf dem Dachboden“ wird diese katholische Geheimkirche am Oudezijds Voorburgwal 40 in Amsterdam genannt. Im Dachgeschoss des unscheinbaren Grachtenhauses verbirgt sich seit 1663 diese versteckte Kirche (auch „Schuilkerk“, also Schlupfkirche ). Nach dem Umsturz von 1578, also der Alteratie, entstanden viele derartige Kirchen in Amsterdam, als der Reformierte Gottesdienst Landesreligion wurde. Andere Gottesdienste wurden jedoch toleriert, solange sie nicht in der Öffentlichkeit stattfanden. Oft musste auch eine Art Bestechungsgeld gezahlt werden. Zunächst waren diese Kirchen improvisiert und karg, später wurden sie prächtiger ausgestattet. Das Faszinierende war für mich, dass jeder von diesen Gottesdiensten wusste. Ich habe mir oft vorgestellt, wie die strengen Calvinisten eine Gracht entlanglaufen und von oben Weihrauch-Geruch, Orgelklänge und die katholischen Gebete zu ihnen getragen werden. Was für ein großes Zeichen von Toleranz!

Heute ist die Geheimkirche Ons’Lieve Heer op Solder ein Museum. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen. Weitere Schlupfkirchen finden sich im Beginenhof sowie die Singelkerk am Singel.

Hinter diesem typischen Grachtenhaus mit Schnabelgiebel befindet sich eine Schlupfkirche. Ganz in der Nähe ist heute das Rotlichtviertel.
Fotos: Sabine Weiß

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