Sehen sie nicht gut aus? Am 2. November 2026 wird der zweite Band meiner Reihe „Die Chemie des Verbrechens“ erscheinen. Dieser Krimi mit dem Reihentitel „Vatermord“ knallt farblich ganz besonders, finde ich. In diesem Krimi beschäftigen sich meine DNA-Expertin und Strafverteidigerin May Barven und der Detektiv Tarek Loman u.a. mit dem Thema Spenderkinder und insbesondere dem Problemfeld Massenspenden, darunter versteht man Samenspender, die unmoralisch und gefährlich viele Kinder zeugen.
Hier mehr zum Inhalt: Nicht immer verrät die DNA, wer du bist: Täter oder Opfer?
Lily Goster ist verzweifelt. Sie soll auf einem Hamburger Partyschiff dessen Inhaber Heimo Klessmer angegriffen und schwer verletzt haben. Obgleich sich ihre DNA am Opfer und an der Tatwaffe befindet, streitet sie die Tat ab. Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht ihren Verdacht durch ein persönliches Motiv der jungen Frau bestätigt: Lily wurde durch eine Samenspende gezeugt, Klessmer war ihr biologischer Vater. Dass er als Massenspender zahlreiche Kinder zeugte, hat Lily sichtlich zu schaffen gemacht. Wer ist hier Täter, wer Opfer? Strafverteidigerin Dr. May Barven weiß, dass DNA-Spuren allein gar nichts beweisen, und beginnt gemeinsam mit Privatdetektiv Tarek Loman zu ermitteln …
Die Künstliche Befruchtung gilt zu Recht als eine der wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin. Dennoch gibt es, wie es in Die Chemie des Verbrechens – Vatermord thematisiert wird, nach wie vor Regelungsbedarf – und zwar europaweit, vor allem, was Massenspender angeht.„Wir halten es für realistisch, dass es auf europäischer Ebene zu einer Begrenzung kommt“, sagt Anne Meier-Credner vom Verein Spenderkinder, dessen umfangreiche und informative Homepage ich allen Interessierten und Betroffenen empfehle. „Nationale Begrenzungen gibt es ja bereits in einigen Ländern und die im letzten Jahr aufgedeckten Massenspende-Fälle dänischer Spender helfen hoffentlich, die Problematik bewusst zu machen. Doch je mehr Beteiligte zustimmen müssen, desto langwieriger sind diese Prozesse erfahrungsgemäß. Zudem müssten parallel Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, nachzuvollziehen, wie viele Kinder durch einen Spender bereits entstanden sind. Dafür müssten sich Samenbanken darüber austauschen, welche Männer bei ihnen Samen abgeben. Denn nicht nur Samenbanken verschicken Sperma weltweit, auch manche Männer sind bei mehreren Samenbanken aktiv. Wir halten dafür nationale, miteinander vernetzte Register für notwendig – auch, um im Gefahrenfall alle Kinder, die mit dem Samen eines Mannes entstanden sind, auf kurzem Weg informieren zu können, wenn schwerwiegende erbliche Gesundheitsrisiken bekannt werden – wie es ja offenbar gelegentlich vorkommt, wie die bekanntgewordenen Fälle deutlich gemacht haben. Wir stehen dazu, auch mit anderen europäischen Spenderkinderorganisationen, in Kontakt mit der Arbeitsgruppe des Europarates ‚Committee of Experts on Access to Origins‘ (CJ-OR).“

Paperback, 464 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-7577-0241-0
erhältlich auch als Ebook und Hörbuch von Lübbe Audio, gelesen von Christiane Marx
