Roman-Schauplatz Rostock

Rostock – Stadt der sieben Wahrzeichen

Sieben Türme der St. Marien Kirche,

sieben Straßen bei dem großen Markt,

sieben Tore, die in das Land führen,

sieben Kaufmannsbrücken bei dem Strand,

sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen,

sieben Glocken der sieben Kirchen, die zugleich schlagen und

sieben Lindenbäume im Rosengarten,

das sind die sieben Rostocker Wahrzeichen!

Und noch einmal auf Platt:

De söben Rostocker Kennewohrn

Söben Toern to Sint Marien Kark,

söben Straten bi den groten Markt,

söben Doren so dar gaen to Lande,

söben Kopmannsbrüggen bi dem Strande,

söben Toern so up dat Rathus stan

söben Klocken so dakliken slan,

söben Linnböm up den Rosengoern

dat sin de söben Rostocker Kennewohrn!

Rostock, einer der Schauplätze meines Romans „Die Tochter des Fechtmeisters“, ist nach Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Erstmals wurde ein slawischer Handelsplatz namens Rozstoc 1165 an der Unterwarnow nahe der Ostseemündung erwähnt. Bereits 1218 wurde der Siedlung das lübische Stadtrecht bestätigt, seit Mitte des dreizehnten Jahrhunderts war Rostock Mitglied der Hanse und 1419 wurde die Universität gegründet. Als erste Universität Nordeuropas zog sie bald Studenten aus unzähligen Ländern an. Zu den schillernden Gestalten, die zur Zeit meines Romans an der Universität Rostock tätig waren, gehören u.a. der Astronom Tycho Brahe (der in Rostock bei einem Duell seine Nase verlor) und der Universalgelehrte Magnus Pegel, der u.a. Luftschiffe und Unterseeboote entwarf.

Der erste Fechtmeister ist für 1560 nachweisbar. Fechtunterricht wurde u.a. im Doberaner Hof erteilt. „Die Rostocker Disziplinargesetze von 1548 verboten noch völlig das Waffentragen der Studenten. Jedoch schon wenige Jahre später erging die Erlaubnis, zumindest nachts bei gleichzeitig mitgeführter Laterne einen Degen tragen zu dürfen“, heißt es in Matthias Asches Sachbuch „Von der reichen hansischen Bürgeruniversität zur armen mecklenburgischen Landeshochschule“. Eine humorvolle Darstellung des Studentenlebens in der Frühen Neuzeit findet sich in der lateinischen Komödie „Cornelius relegatus“ (1600). Universitätsgebäude der Alma Mater Rostochiensis befanden sich damals hauptsächlich am Hopfenmarkt. Mit dem Slogan „Traditio et Innovatio“ wirbt die Universität Rostock heute um Studenten 15.000 Studenten aus rund 99 Nationen waren zuletzt eingeschrieben.

Alte Stadtansichten von Rostock gibt es z.B. in der Vicke-Schorler-Rolle – wo übrigens auch ein Promotionsumzug dargestellt ist (siehe Abbildung, Literaturhinweis auch: Vicke Schorler/Rostocker Chronik sowie Ernst Münch „Land, Stadt, Universität) – und von Wenzel Hollar. Beide Karten sind im Internet verfügbar und unbedingt der Betrachtung wert!

Zu jener Zeit – und teilweise noch heute – wurde in Rostock Mecklenburger Plattdeutsch gesprochen, so wie es in dem Gedicht über die Kennzeichen Rostocks und u.a. von Richard Wossidlo in seinem Buch „Reise, Quartier in Gottes Naam!“ festgehalten wurde: „Rostock wier gor nicht to sehn vör luter Masten …“, heißt es da beispielsweise über den Hafen.

Heute ist Rostock u.a. Mitglied der Gemeinschaft „Historic Highlights of Germany“, die mittelgroße Städte mit großer Geschichte auch international bekannter machen will. Eine Reise nach Rostock lohnt sich! 

Samstag, 2. Februar 2019

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